Die Jagdstrecke ist alles Wild, das in einem Jagdjahr erlegt wurde oder verendet ist. Dazu zählen auch die Tiere, die auf Straße oder Schiene sterben.

In Baden-Württemberg wertet die Wildforschungsstelle des Landes in Aulendorf die Meldungen aller Reviere aus. Ihr Jagdbericht für das Jagdjahr 2024/25 ist der neueste. Er umfasst die Zeit vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025.

Hier findest du die aktuelle Strecke nach Wildart. Du erfährst, wie die Zahlen nach dem Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) zustande kommen, und bekommst eine Einordnung für die wichtigsten Wildarten.

Außerdem geht es um Zielvereinbarung, Abschussplan und Forstliches Gutachten, also um alles, was du als angehender Jäger in Baden-Württemberg dazu wissen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jagdjahr 2024/25 umfasst die Strecke in Baden-Württemberg 177.636 Rehe, 56.328 Wildschweine, 50.635 Füchse, 11.264 Dachse und 10.628 Waschbären, jeweils mit Fallwild und Verkehrsopfern.
  • Die Zahlen für 2025/26 sind noch nicht veröffentlicht. Der Jagdbericht 2024/25 erschien im Herbst 2025.
  • Baden-Württemberg hat nach Bayern die zweitgrößte Rehwildstrecke Deutschlands, rund 14 Prozent der Bundesstrecke.
  • Beim Rehwild gibt es keinen behördlichen Abschussplan. Verpächter und Pächter schließen eine Zielvereinbarung, alle drei Jahre neu auf Grundlage des Forstlichen Gutachtens.
  • Der Waschbär hat sich in zehn Jahren fast verneunfacht: von 1.214 auf 10.628 Tiere.

Die Jagdstrecke 2024/25 auf einen Blick

Das Reh führt die Strecke in Baden-Württemberg mit großem Abstand an. Dahinter folgen Wildschwein und Fuchs, beide mit gut 50.000 Stück.

Strecke 2024/25 nach Wildart

  • Rehwild177.636
  • Schwarzwild56.328
  • Fuchs50.635
  • Rabenkrähe15.758
  • Dachs11.264
  • Waschbär10.628
  • Wildenten9.551
  • Feldhase5.465
Die acht Wildarten mit der größten Strecke in Baden-Württemberg im Jagdjahr 2024/25, in Stück, mit Fallwild und Verkehrsopfern.12

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Wildarten aus dem Jagdbericht 2024/25. Die Veränderung bezieht sich auf das Vorjahr 2023/24.1

Insgesamt lag die Strecke um 4.072 Stück oder 1,1 Prozent unter dem Vorjahr. Einen einheitlichen Trend gibt es laut Wildforschungsstelle aber nicht.1

WildartStrecke 2024/25zum Vorjahr
Rehwild177.636−6 %
Schwarzwild56.328+13 %
Rotfuchs50.635+5 %
Rabenkrähe15.758−8 %
Dachs11.2640 %
Waschbär10.628+16 %
Stockente9.287+6 %
Feldhase5.465−16 %
Nutria4.765−2 %
Steinmarder2.350+12 %
Nilgans2.261+8 %
Elster1.975−21 %
Wildkaninchen1.818−25 %
Rotwild1.364−10 %
Damwild1.336−6 %
Graugans1.1310 %
Fasan1.085−2 %
Ringeltaube932−35 %
Sikawild653+13 %
Baummarder653+34 %
Gamswild584−5 %
Kanadagans555−10 %
Iltis216+41 %
Muffelwild194−30 %
Waldschnepfe71+20 %
Marderhund4

Beim Schalenwild entfallen rund drei Viertel der Strecke auf das Reh. Hirscharten, Gams und Muffel machen zusammen nicht einmal 2 Prozent aus.

Schalenwildstrecke 2024/25 nach Art

  • Rehwild 74,6 %
  • Schwarzwild 23,7 %
  • Rot-, Dam-, Sika-, Gams- und Muffelwild 1,7 %
Anteile an den 238.095 Stück Schalenwild der Strecke 2024/25, eigene Berechnung aus dem Jagdbericht der Wildforschungsstelle.1

Im bundesweiten Vergleich liegt Baden-Württemberg beim Rehwild auf Platz 2 hinter Bayern. Beim Schwarzwild reicht es für Platz 5, hinter Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.34

Jagdbericht und Streckenliste: wie die Strecke erfasst wird

Der Begriff stammt aus dem jagdlichen Brauchtum. Nach einer Gesellschaftsjagd wird das erlegte Wild „zur Strecke gelegt“.

In der Statistik steht die Strecke für alles Wild einer Art, das in einem Jagdjahr in einem Gebiet erfasst wurde.

Das Jagdjahr

Das JWMG legt das Jagdjahr in § 8 fest: Es beginnt am 1. April und endet am 31. März.5 Deshalb heißt die aktuelle Strecke „2024/25“ und nicht „2024“.

Bis die Zahlen eines Jagdjahres ausgewertet und veröffentlicht sind, vergehen noch einmal mehrere Monate.

Vom Jagdjahr zum Jagdbericht: das Beispiel 2024/25

  1. Das Jagdjahr 2024/25 beginnt.
  2. Das Jagdjahr endet. Spätestens jetzt ist die Streckenliste der unteren Jagdbehörde zu übermitteln.
  3. Die Wildforschungsstelle wertet die Meldungen aus dem Wildtierportal aus.
  4. Der Jagdbericht 2024/25 erscheint als WFS-Mitteilung 4/2025.
  5. Der Bericht für 2025/26 wird erwartet.
Zeitachse von Jagdjahr, Streckenliste und Veröffentlichung. Fristen nach § 8 und § 35 JWMG. Der Bericht 2024/25 nennt ASP-Daten mit Stand 7. Oktober 2025, ein genaues Erscheinungsdatum steht nicht darin.51

Erlegtes Wild, Fallwild und Verkehrsopfer

In die Strecke gehören nicht nur erlegte Tiere. Auch verendet aufgefundenes Wild und Verkehrsverluste auf Straße und Schiene zählen dazu.6

Beim Rehwild ist das ein großer Posten. Laut Wildunfallstatistik des DJV kamen 2024/25 in Baden-Württemberg 24.010 Rehe als Fallwild ums Leben, vor allem im Straßenverkehr.7 Das sind rund 13,5 Prozent der Rehwildstrecke.

Im Jagdjahr davor lag der Anteil der Verkehrsverluste an der Rehwildstrecke bei 10,1 Prozent, dem bis dahin niedrigsten Wert.8 Mehr Zahlen dazu findest du in unserem Artikel Wildunfälle Baden-Württemberg Statistiken.

Wer meldet

Nach § 35 Abs. 6 JWMG führt die jagdausübungsberechtigte Person eine Streckenliste über erlegte und verendete Wildtiere. Sie geht an die untere Jagdbehörde, auf Verlangen jederzeit und spätestens jährlich am Ende des Jagdjahres.5

Für Meldepflichten stellt das Land das Wildtierportal bereit (§ 14a JWMG).5 Seit dem 1. April 2023 müssen dort auch Wildunfälle gemeldet werden.9

Wer veröffentlicht

Die Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg in Aulendorf wertet die Strecken aus. Sie gehört zum Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW).1

Ihre Ergebnisse erscheinen als WFS-Mitteilung im Wildtierportal, dazu eine lange Streckentabelle ab dem Jagdjahr 1954/55.2

Ein Teil des Anstiegs der letzten Jahre dürfte laut Wildforschungsstelle mit der elektronischen Streckenmeldung zusammenhängen. Sie macht es leichter, die Vollständigkeit der Meldungen zu kontrollieren.8

Entwicklung nach Wildart

Für den Rückblick nutzen wir die Streckentabelle der Wildforschungsstelle. Sie reicht für die meisten Arten lückenlos bis 1954/55 zurück.2

Alle Werte enthalten Fallwild und Verkehrsopfer. Wir zeigen die Jagdjahre 2010/11 bis 2024/25.

Rehwild

Strecke 2024/25
177.636dritthöchster Wert
Rekord
188.279Jagdjahr 2023/24
Trend
+8 %gegenüber 2010/11
Rehwild in Baden-Württemberg auf einen Blick, mit Fallwild.12

Das Reh ist seit dem Jagdjahr 1972/73 die häufigste Jagdbeute im Land. 1971/72 lagen Feldhase und Fasan noch knapp vorn.1

Mit 177.636 Rehen erreichte 2024/25 die dritthöchste Strecke überhaupt. Gegenüber dem Rekord von 188.279 im Jahr davor ging sie um 6 Prozent zurück, in fast allen Landkreisen. Der Trend der letzten zehn Jahre bleibt laut Wildforschungsstelle aber ansteigend.12

Rehwildstrecke in Baden-Württemberg je Jagdjahr

  1. 164.35410/11
  2. 147.06911/12
  3. 171.14112/13
  4. 156.53013/14
  5. 159.86214/15
  6. 167.07215/16
  7. 164.27716/17
  8. 165.11417/18
  9. 168.08118/19
  10. 155.02719/20
  11. 173.82920/21
  12. 173.78921/22
  13. 180.46622/23
  14. 188.27923/24
  15. 177.63624/25

Strecke in StückRekord

Rehwild mit Fallwild und Verkehrsopfern, laut Streckentabelle der Wildforschungsstelle. Einzelne Jahre hat die WFS nachträglich korrigiert, deshalb weichen die DJV-Zahlen leicht ab.23

Bundesweit wurden 2024/25 insgesamt 1.265.740 Rehe erfasst. Baden-Württemberg stellt damit rund 14 Prozent der deutschen Rehwildstrecke.3

Schwarzwild und Afrikanische Schweinepest

Strecke 2024/25
56.328+13 % zum Vorjahr
Höchstwert
78.551Jagdjahr 2017/18
Trend
−28 %gegenüber dem Höchstwert
Schwarzwild in Baden-Württemberg auf einen Blick, mit Fallwild.12

Beim Schwarzwild schwankt die Strecke stark von Jahr zu Jahr. Auf gute Jahre folgen oft deutlich schwächere.

2011/12 waren es 32.051 Stück, 2017/18 dann 78.551, der höchste Wert seit 2010/11. Auch 2019/20 und 2021/22 lagen über 74.000.2

Schwarzwildstrecke in Baden-Württemberg je Jagdjahr

  1. 51.93110/11
  2. 32.05111/12
  3. 70.14712/13
  4. 49.03613/14
  5. 48.15414/15
  6. 67.49015/16
  7. 45.91116/17
  8. 78.55117/18
  9. 47.83718/19
  10. 74.73419/20
  11. 50.19420/21
  12. 75.79121/22
  13. 45.69522/23
  14. 49.94723/24
  15. 56.32824/25

Strecke in StückHöchstwert

Schwarzwild mit Fallwild und Verkehrsopfern, laut Streckentabelle der Wildforschungsstelle.2

2024/25 stieg die Strecke um 13 Prozent auf 56.328 Stück. Eine Prognose für die weitere Entwicklung traut sich die Wildforschungsstelle nicht zu.1

Eine Aufteilung nach Frischlingen, Überläufern und Keilern enthält der Jagdbericht nicht.

Ein wichtiger Grund für die intensive Bejagung ist die Afrikanische Schweinepest (ASP). Am 8. August 2024 wurde sie erstmals bei einem Wildschwein in Baden-Württemberg nachgewiesen, bei einem krank erlegten Tier nahe Hemsbach im Rhein-Neckar-Kreis.10

Bis zum 7. Oktober 2025 zählte das Land 27 Infektionen bei Wildschweinen in freier Wildbahn. Dazu kommt ein Fall in einem Hausschweinebestand aus dem Jahr 2022.1 Das Geschehen hängt mit dem Ausbruch in Südhessen und Rheinland-Pfalz zusammen.

Rotwild und andere Hirscharten

Strecke 2024/25
1.364−10 % zum Vorjahr
2010/11
1.701Ausgangswert
Rotwildgebiete
5rund 4 % der Landesfläche
Rotwild in Baden-Württemberg auf einen Blick, mit Fallwild.1211

Rotwild darf in Baden-Württemberg nur in fünf Gebieten leben: Adelegg, Odenwald, Schönbuch, Nord- und Südschwarzwald. Grundlage ist die Rotwildverordnung von 1958. Die Gebiete umfassen rund vier Prozent der Landesfläche, außerhalb gilt ein Abschussgebot.11

Die Strecke sank 2024/25 um 10 Prozent auf 1.364 Stück. Den Ausschlag gibt das größte Gebiet, der Nördliche Schwarzwald, mit einem Minus von 18 Prozent.1

Weil Forscher eine genetische Verarmung der Rotwildbestände festgestellt haben, will das Land das Abschussgebot für männliche Hirsche außerhalb der Rotwildgebiete aufheben. Junge Hirsche wandern oft ab und können so die Vorkommen verbinden. Die Anhörung zur Änderung der Verordnung lief bis zum 8. Dezember 2025.11

Die übrigen Hirscharten im Überblick:1

  • Damwild: 1.336, minus 6 Prozent, mit großen Unterschieden zwischen den Regierungsbezirken
  • Sikawild: 653, plus 13 Prozent, fast nur im Klettgau im Landkreis Waldshut

Gamswild und Muffelwild

Gams 2024/25
584−5 % zum Vorjahr
Muffel 2024/25
194−30 % zum Vorjahr
Schwerpunkt
FeldbergRegion Feldberg-Belchen
Gams- und Muffelwild in Baden-Württemberg 2024/25, mit Fallwild.1

Die Gams lebt in Baden-Württemberg vor allem im Südschwarzwald rund um Feldberg und Belchen. Einzelne Tiere wandern entlang der Schwäbischen Alb, des Schwarzwalds und im Voralpenland.1

Mit 584 Stück ging die Strecke 2024/25 leicht zurück, sie liegt aber laut Wildforschungsstelle weiter auf sehr hohem Niveau.1

Beim Muffelwild wurde fast ein Drittel weniger erlegt als im Vorjahr. Den Anstieg der Jahre davor führt die Wildforschungsstelle auf Reduktionsabschüsse zurück.1

Niederwild

Feldhase
5.465−40 % seit 2010/11
Fasan
1.085−2 % zum Vorjahr
Rebhuhn
0keine Jagdzeit
Niederwild in Baden-Württemberg 2024/25, mit Fallwild.12

Beim Feldhasen ist der Rückgang dramatisch. 1964/65 lagen 175.092 Hasen auf der Strecke, 2010/11 noch 9.148 und 2024/25 nur 5.465.2

Das ist der zweitniedrigste Stand seit 1954. In vielen Revieren wird der Hase gar nicht mehr bejagt oder nur noch einzelne Küchenhasen erlegt.1

Dazu breitet sich die Tularämie (Hasenpest) weiter aus. Sie betrifft auch Wildkaninchen und andere Wildtiere, deshalb ist Hygiene beim Umgang mit Wild besonders wichtig.1

Das Rebhuhn hat keine Jagdzeit, in der Strecke stehen nur zwei Stück Fallwild.2

Raubwild

Fuchs
50.6352010/11: 72.970
Dachs
11.264zweithöchste in Deutschland
Steinmarder
2.350+12 % zum Vorjahr
Raubwild in Baden-Württemberg 2024/25, mit Fallwild.12

Der Fuchs ist nach Reh und Wildschwein das am häufigsten erlegte Wildtier im Land. Seine Strecke ist seit 2010/11 von 72.970 auf 50.635 gesunken, also um rund 31 Prozent.2

2024/25 ging es wieder um 5 Prozent nach oben, allerdings nicht überall. Im Regierungsbezirk Karlsruhe sank die Strecke um 11 Prozent.1

Beim Dachs hat Baden-Württemberg nach Bayern die zweithöchste Strecke in Deutschland. Beide Länder zusammen stellen über 40 Prozent der deutschen Dachsstrecke.1

Waschbär, Nutria und Nilgans

Waschbär
10.628aus 443 Gemeinden
Nutria
4.765aus 196 Gemeinden
Nilgans
2.261+8 % zum Vorjahr
Eingewanderte Arten in der Strecke 2024/25.1

Am schnellsten wachsen die Strecken der eingewanderten Arten. Beim Waschbär steigt sie laut Wildforschungsstelle seit Jahren beinahe exponentiell.1 Vor zehn Jahren und heute im Vergleich:

  • Waschbär: 1.214 Tiere aus 172 Gemeinden, jetzt 10.628 aus 443 Gemeinden
  • Nutria: 1.792 Tiere aus 93 Gemeinden, jetzt 4.765 aus 196 Gemeinden1

Die Nutria stammt aus Südamerika und verträgt kalte, schneereiche Winter schlecht. Der Klimawandel begünstigt ihre Ausbreitung.1

Die Nilgans gilt als invasive Art, ihre erste Brut im Land wurde 1993 beobachtet.1 Seit einer Änderung der Durchführungsverordnung zum JWMG im Januar 2026 dürfen Waschbären ganzjährig bejagt werden.12

Zielvereinbarung, Abschussplan und Forstliches Gutachten

Beim Schalenwild unterscheidet das JWMG zwei Wege. Für Rot-, Gams-, Sika-, Dam- und Muffelwild setzt die untere Jagdbehörde einen Abschussplan fest. Er gilt für ein bis drei Jahre.5

Das Rehwild hat keinen behördlichen Abschussplan. Stattdessen gibt es seit April 2016 landesweit das Modell „Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan“, kurz RobA.13

Die Zielvereinbarung beim Rehwild

Ist ein Revier verpachtet, treffen Verpächter und Pächter eine Zielvereinbarung über den Rehwildabschuss. In Eigenjagden und bei nicht verpachteten Jagdgenossenschaften legen die Inhaber die Ziele selbst fest, das heißt dann Zielsetzung.5

Beides wird alle drei Jahre neu erstellt, nachdem das Forstliche Gutachten vorliegt. Kommt keine Zielvereinbarung zustande, muss das binnen eines Monats nach Beginn des Jagdjahres der unteren Jagdbehörde angezeigt werden. Die Behörde kann dann doch einen Abschussplan festsetzen.5

Wie der Abschuss von Schalenwild geregelt ist

Rot-, Gams-, Sika-, Dam- und Muffelwild
  • Behördlicher Abschussplan der unteren Jagdbehörde
  • Gilt für ein bis drei Jahre, getrennt nach Geschlecht und Altersklassen
  • Vorschlag bis zum 15. April einreichen
Rehwild
  • Kein behördlicher Abschussplan (RobA)
  • Zielvereinbarung zwischen Verpächter und Pächter oder Zielsetzung des Eigentümers
  • Alle drei Jahre neu, nach dem Forstlichen Gutachten
  • Scheitert die Einigung, kann die Behörde einen Plan festsetzen
Gilt für alleStreckenlisteWildtierportal
Abschussregelung nach § 34 und § 35 JWMG.513

Das Forstliche Gutachten

Die unteren Forstbehörden erstellen alle drei Jahre für jedes Jagdrevier ein Forstliches Gutachten. Es zeigt, wie stark der Verbiss die waldbaulichen Ziele gefährdet, und soll Vorschläge für den Abschuss enthalten.514

Das aktuelle Gutachten stammt aus dem Jahr 2024. Laub- sind stärker betroffen als Nadelbäume:15

  • Bei Eiche, Ahorn, Esche, Hainbuche, Roteiche und Kirsche lag die Verbissintensität in über 75 Prozent der Reviere im mittleren bis starken Bereich.
  • Bei den Nadelbäumen gilt das nur für die Weißtanne.
  • Am schwersten ist eine ungeschützte Verjüngung bei Weißtanne, Eiche und Kirsche.

Eine Einteilung in „tragbar“ und „nicht tragbar“ wie in Bayern kennt das Gutachten in Baden-Württemberg nicht.

Was der Abschuss bringt

Die Auswertung hat auch geprüft, ob mehr Abschuss weniger Verbiss bedeutet. In Revieren mit höheren Rehwildabschüssen war der Verbiss an Eiche und Weißtanne im Schnitt tatsächlich geringer.15

Der Effekt war aber nur moderat. Waldanteil und Waldtyp eines Reviers wirken ebenfalls stark auf den Verbiss. Der Landesjagdverband fordert deshalb, Lebensraum und Äsung im Gutachten stärker zu berücksichtigen.15

Wildtiermanagement und Wildtierbericht

Das JWMG teilt die Wildtiere in drei Managementstufen ein:5

  • Nutzungsmanagement: zum Beispiel Reh, Wildschwein, Rotwild, Fuchs, Dachs, Waschbär und Stockente
  • Entwicklungsmanagement: zum Beispiel Feldhase, Baummarder, Iltis, Fasan und Waldschnepfe
  • Schutzmanagement: zum Beispiel Luchs, Wildkatze, Auerhuhn und Rebhuhn, diese Arten dürfen nicht bejagt werden

Alle drei Jahre erstellt das Land einen Wildtierbericht, der die Zuordnung überprüft.5 Der aktuelle dritte Bericht von 2024 deckt die Jahre 2022 bis 2024 ab und behandelt 46 Wildtierarten.16

Was das für dich als Jungjäger bedeutet

Für die Jägerprüfung musst du keine Streckenzahlen auswendig lernen. Den Rahmen solltest du aber kennen.

Jagdjahr, allgemeine Schonzeit, Managementstufen, Zielvereinbarung, Abschussplan und Streckenliste gehören zum Prüfungsstoff im Fach Recht.

Wichtige Fristen

  • Jagdjahr: 1. April bis 31. März (§ 8 JWMG)5
  • Allgemeine Schonzeit: 16. Februar bis 15. April, mit Ausnahmen für Schwarzwild (§ 41 JWMG)5
  • Rehböcke und Schmalrehe: 1. Mai bis 31. Januar, Ricken und Kitze ab 1. September12
  • Abschussplan-Vorschlag beim übrigen Schalenwild: bis 15. April5

Streckenmeldung

Wenn du später selbst ein Revier pachtest, bist du für die Streckenliste verantwortlich. So kommt ein erlegtes Stück bis in den Jagdbericht:

  1. ErlegenDu erlegst ein Stück Wild. Als Jagdgast meldest du es dem Revierinhaber, damit er es eintragen kann.
  2. EintragenDer Jagdausübungsberechtigte erfasst das Stück in der Streckenliste, heute meist elektronisch im Wildtierportal.58
  3. ÜbermittelnDie Liste geht an die untere Jagdbehörde, spätestens am Ende des Jagdjahres. Bei Schalenwild kann die Behörde jeden Abschuss sofort verlangen, etwa zur Seuchenvorsorge.5
  4. AuswertenDie Wildforschungsstelle in Aulendorf fasst die Strecken des Landes zusammen.1
  5. VeröffentlichenDer Jagdbericht erscheint als WFS-Mitteilung, zuletzt für das Jagdjahr 2024/25.1

Auch Fallwild und Wildunfälle gehören in die Liste. Stößt du auf ein krankes oder verletztes Stück, musst du für eine schnelle und fachgerechte Nachsuche sorgen, auch über die Reviergrenze hinaus (§ 38 JWMG).5

Streckenlegen als Brauchtum

Nach einer Gesellschaftsjagd wird das erlegte Wild nach festen Regeln zur Strecke gelegt und mit Jagdsignalen „verblasen“. So erweisen die Jäger dem Wild die letzte Ehre.

Wie das genau abläuft, lernst du im Jagdkurs und im Prüfungsteil zum jagdlichen Brauchtum.

Du bist nicht allein

Mit der Jagd bist du in Baden-Württemberg in großer Gesellschaft:

  • 2025 hatten im Land 52.351 Menschen einen Jagdschein.17
  • Zur Jägerprüfung 2025 traten laut DJV ohne die Novemberprüfung 2.429 Prüflinge an, 1.494 bestanden. Das ist eine Durchfallquote von 38 Prozent.18

Die hohe Durchfallquote zeigt, wie wichtig gute Vorbereitung ist. Wie die amtlichen Fragen aussehen, siehst du in unserer Übersicht aller Prüfungsfragen. Im Trainer übst du sie mit Lösungen.

In der Probeprüfung spielst du den Ernstfall durch.

Häufige Fragen

Was ist die Jagdstrecke?

Die Jagdstrecke ist die Zahl aller Tiere einer Wildart, die in einem Jagdjahr erlegt wurden oder verendet sind. In Baden-Württemberg zählen auch Verkehrsverluste auf Straße und Schiene dazu.6

Wann beginnt das Jagdjahr in Baden-Württemberg?

Am 1. April. Es endet am 31. März des folgenden Jahres, so steht es in § 8 JWMG. Die Strecke 2024/25 umfasst also April 2024 bis März 2025.5

Wie viele Rehe werden in Baden-Württemberg pro Jahr erlegt?

Im Jagdjahr 2024/25 umfasste die Strecke 177.636 Rehe, inklusive Fallwild. Der Rekord lag 2023/24 bei 188.279 Rehen.2

Wie viele Wildschweine werden in Baden-Württemberg geschossen?

2024/25 waren es 56.328 Wildschweine, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Der höchste Wert seit 2010/11 lag 2017/18 bei 78.551 Stück.12

Gibt es schon Zahlen für 2025/26?

Nein, Stand Oktober 2026 ist der Jagdbericht 2025/26 noch nicht erschienen. Der Bericht für 2024/25 kam im Herbst 2025 als WFS-Mitteilung 4/2025 heraus.1

Wo finde ich den Jagdbericht Baden-Württemberg?

Im Wildtierportal Baden-Württemberg unter Jagdstrecken. Dort stehen die Mitteilungen der Wildforschungsstelle und die Streckentabelle ab 1954/55 als PDF.62

Gibt es in Baden-Württemberg einen Abschussplan für Rehwild?

Nein, nicht regulär. Verpächter und Pächter schließen eine Zielvereinbarung, Eigenjagdbesitzer setzen die Ziele selbst fest. Nur wenn keine Einigung zustande kommt, kann die untere Jagdbehörde einen Abschussplan festsetzen.513

Quellen

Die Zahlen stammen aus dem Jagdbericht und der Streckentabelle der Wildforschungsstelle, dem JWMG, dem Wildtierportal, einer Landtagsdrucksache und den Infografiken des Deutschen Jagdverbands.

Die Gesetzeszitate beruhen auf der Fassung des JWMG von 2024. Jagdzeiten nach der Durchführungsverordnung in der Fassung vom Januar 2026.

  1. Wildforschungsstelle Baden-Württemberg: WFS-Mitteilungen 4/2025, Die Jagdstrecke des Jagdjahres 2024/25 (wildtierportal-bw.de)
  2. Wildforschungsstelle Baden-Württemberg: Jagdstrecken ab 1954/55 (Tabelle) (wildtierportal-bw.de)
  3. Deutscher Jagdverband: Jahresstrecke Rehwild 2024/25 (jagdverband.de)
  4. Deutscher Jagdverband: Jahresstrecke Schwarzwild 2024/25 (jagdverband.de)
  5. Jagd- und Wildtiermanagementgesetz Baden-Württemberg (JWMG), Fassung 2024 (faolex.fao.org)
  6. Wildtierportal Baden-Württemberg: Jagdstrecken (wildtierportal-bw.de)
  7. Deutscher Jagdverband: Wildunfall-Statistik 2024/2025 (jagdverband.de)
  8. Wildforschungsstelle Baden-Württemberg: WFS-Mitteilungen 7/2024, Die Jagdstrecke des Jagdjahres 2023/24 (wildtierportal-bw.de)
  9. Märtz, Brieger (FVA): Wenn die Straße zum Abschuss beiträgt, waldwissen.net 2024 (waldwissen.net)
  10. Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg: Erstmals ein Fall von ASP bei Wildschwein in Baden-Württemberg (mlr.baden-wuerttemberg.de)
  11. Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 17/9860: Rotwildmanagement (landtag-bw.de)
  12. Wildtierportal Baden-Württemberg: Jagdzeiten (wildtierportal-bw.de)
  13. Wildtierportal Baden-Württemberg: Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan (RobA) (wildtierportal-bw.de)
  14. Wildtierportal Baden-Württemberg: Forstliche Gutachten (wildtierportal-bw.de)
  15. Landesjagdverband Baden-Württemberg: Forstliches Gutachten 2024 (Jagd in Baden-Württemberg 05/2026) (landesjagdverband.de)
  16. Wildtierportal Baden-Württemberg: Wildtierbericht (wildtierportal-bw.de)
  17. Deutscher Jagdverband: Jagdscheininhaber und Mitglieder der Landesjagdverbände 2025 (jagdverband.de)
  18. Deutscher Jagdverband: Jägerprüfung 2024/2025 (jagdverband.de)